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Malteser Ellwangen

Malteser Hilfsdienst in Ellwangen wird 60 Jahre alt

23.03.2021
Sie freuen sich über 60 Jahre Malteser-Hilfsdienst in Ellwangen: Stadtbeauftragter Stephan Meßmer (links) und sein Stellvertreter Nico Baumann vor der Dienstelle der Malteser in der Ellwanger Seifriedszellstraße. (Foto: Hariolf Fink)

Der Malteser Hilfsdienst, Gliederung Ellwangen, feiert seinen 60. Geburtstag. Gegründet wurde die Ellwanger Gruppe im März 1961. Hintergrund war die Vertriebenenwallfahrt am 1. Mai 1960 auf dem Schönenberg, bei der der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer vor rund 50 000 Menschen am Hang unterhalb der Wallfahrtskirche sprach. Damals hatten neun Gründungsmitglieder die Idee, dass man bei solchen Veranstaltungen hilfreich zur Seite stehen müsse.

 

Die damaligen Gründungsmitglieder, Schönenbergpfarrer Josef Gräupel, Dr. Theo Wurstner, Johannes Wettemann (erster Bereitschaftsführer bis 1972, daran anschließend Günther Kurz), Anton Baumann, Eugen Wagner, Franz Wagner, Günther Kurz, Hans Eiberger und Hubert Uhl. Allesamt stammten sie aus der kirchlichen Jugend. Sie waren vom damaligen Schönenbergpfarrer Josef Gräupel für den ehrenamtlichen Dienst am Menschen begeistert worden, hatten sich immer wieder im Jugendraum auf dem Schönenberg getroffen und über ihre Visionen nachgedacht.

 

Anton Baumann, einer der Gründungsmitglieder, rund 30 Jahre Bereitschaftsführer und Stadtbeauftragter und ebenso lange Ausbilder sowie ehrenamtlicher Geschäftsführer (2002 bis 2017) und damit über lange Zeit das Gesicht der Malteser Ellwangen, erinnert sich an die Gründung im Jahr 1961. „Wir waren Feuer und Flamme für diese Idee“, erzählt der heute 83-Jährige. Was lag näher, sich eine Gründung der Malteser in Ellwangen vorzustellen, zumal die Geschichte des Malteserordens bis ins 11. Jahrhundert zurückreichte. Damals entstanden die sogenannten Ritterorden. Als ältester Ritterorden wurde der Orden vom Hospital des heiligen Johannes von Jerusalem gegründet, der heute Malteserorden heißt und seinen Hauptsitz in Rom hat.

 

Wie sehr sich der Malteser-Hilfsdienst mit seiner Gliederung Ellwangen in den vergangenen 60 Jahren entwickelt hat, zeigen die vielen Angebote, die für die Menschen von großer Bedeutung sind. Die Hilfe und der Dienst am Menschen wird ehrenamtlich geleistet, mit Ausnahme des Pflegebereichs. Die Gliederung Ellwangen umfasst die Bereitschaft und den Sanitätsdienst. Erste-Hilfe-Kurse werden angeboten, die Ausbildung wird ständig forciert, es gibt eine Jugendgruppe mit 25 Kindern und Jugendlichen und es gibt seit nun 25 Jahren den Pflegebereich, der sich um pflegebedürftige Senioren und Menschen mit Handicap kümmert.

 

Die ausgebildeten Besuchshunde erfreuen Menschen, im Café Malta treffen sich Demenzkranke in fröhlicher Runde und es gibt das soziale Ehrenamt, das eine Vielzahl von Angeboten umfasst. Darunter fällt die jährlich stattfindende Krankenwoche auf dem Schönenberg, bei der Senioren und Pflegebedürftige eine Woche lang umsorgt werden. Eine Woche, die auch die pflegenden Angehörigen entlastet. Leider musste die Krankenwoche, die im vergangenen Jahr ihren 60. Geburtstag gefeiert hätte, schon zweimal wegen Umbauarbeiten und jetzt wegen Corona ausfallen.

 

Zum ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder gehören auch die Organisation des Begegnungscafés, der Sonnenzug zum Bodensee oder die Fahrt ins Blaue und nicht zuletzt die bundesweit beliebten Romreisen, bei denen sich auch die Ellwanger Malteser einbringen. Nicht zu vergessen ist das Engagement der Malteser, das im Jahre 1981 mit dem Auslandsdienst begann. So wurde im Jahre 1994 die Armenküche in Dubrovnik (Kroatien) aufgebaut, es folgten Lebensmittel- und Kleidertransporte nach Beclean (Rumänien) für die Psychatrie und das Krankenhaus. 1997 war man das erste Mal in Bosnien und beteiligte sich an der Aktion Hoffnungszeichen. Im Jahr 2000 ging es ins Kosovo, wo 30 000 Euro an Spenden für die Schülerspeisung in der Stadt Pec übergeben wurden. Im Jahr 2003 übernahm Anton Baumann das Auslandsreferat zusammen mit einem Team und organisierte Fahrten nach Ungarn und Serbien. Noch heute werden Weihnachtspäckchen verschickt, zum Beispiel nach Kroatien, um armen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wie gesagt das soziale Angebot ist vielseitig.

 

Zur Gliederung der Malteser Ellwangen gehören die Ortsgruppen Stödtlen, Pfahlheim und Ellenberg, in denen eine Helfer-vor-Ort-Gruppe (Stödtlen und Pfahlheim), Sanitätsdienste, Blutspenden (Stödtlen und Ellenberg) sowie in Pfahlheim eine Unterstützungsgruppe der ersten Einsatzeinheit in Aalen (Großereignisse) aktiv sind. Derzeit sind die ehrenamtlichen Helfer der Malteser kräftig in Sachen Corona-Tests engagiert. Am Montag, Mittwoch und Samstag werden in der Ellwanger Stadthalle Schnelltests angeboten. Innerhalb einer Woche werden so rund 1000 Tests vorgenommen.

 

Diese Struktur wird vom Stadtbeauftragten Stephan Meßmer (seit 2012), seinem Stellvertreter Nico Baumann sowie dem Führungskreis koordiniert. Dieses Team wäre auch für die Jubiläumsfeier im Frühjahr dieses Jahres zuständig gewesen. Leider hat Corona einen dicken Strich durch die Vorbereitungen gemacht. Die Verantwortlichen jedoch sind zuversichtlich, dass man im Herbst alles nachholen kann. Geplant ist unter anderem ein Festgottesdienst auf dem Schönenberg mit einem anschließenden Stehempfang und Grußworten.

 

(Ipf- und Jagstzeitung, 23.03.2021)

 

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